24. Juli 2014  
 FAQ: Steuerliche Fragen
Wie buche ich Umsatzsteuerersattungen bzw. Zahlungen?
Als Betriebsausgaben bzw. -einnahmen mit einem MwSt-Satz von 0%. Es ist sinnvoll, sich dafür unter 'Einstellungen' Buchungsposten-Presets anzulegen:


Was und wann buche ich, den Rechnungsbetrag zum Rechnungsdatum oder den Zahlbetrag zum Zahlungsdatum?
Bei Ist-Versteuerung wird der Zahlbetrag zum Zahlungsdatum gebucht. Ist-Versteuerung kann jede/r beim Finanzamt beantragen, wenn der jährliche Umsatz 250.000 DM nicht übersteigt.

Ich möchte gerne wissen, wie ich Gutschriften zu einer Rechnung verbuchen kann. Gibt es eine Möglichkeit, damit der Betrag dem entsprechenden Konto gegengebucht werden kann?
Ganz einfach den Betrag mit einem Minu-Zeichen voran auf das entspr. einnahmenkonto verbuchen.

Wie verbucht man innergemeinschaftliche Lieferungen an Abnehmer mit USt-ID?
Innergemeinschaftliche Lieferungen sind steuerfrei, da sie schon im Land des Abnehmers versteuert werden - sie werden also mit 0% Steuersatz verbucht. Um das in EC&T buchungstechnisch zu realisieren, muss ein Konto für diese Lieferungen erzeugt werden und neben dem Feld im EÜR-Formular (vorzugsweise 1103: "Umsatzsteuerfreie, nicht umsatzsteuerbare Betriebseinnahmen ...") auch dem Feld 41 des Umsatzsteuer-Voranmeldungsformulars zugewiesen werden. Dazu nach der Anlage mit dem '+'-Knopf in den Einstellungen->EÜ-Konten oben rechts das USt-VA-Formular wählen und das frisch angelegt Konto nochmal doppeklicken. Für die Abgabe der zusammenfassenden Meldung gibt es übrigens ein Plugin (siehe unter Downloads->Plugins). Damit dieses automatisch das Online-Formular befüllen kann, muss im Beschreibungstext der Buchung die Zeichenkette "UST-ID" gefolgt von einem Leerzeichen und der ID des Empfängers auftauchen.

Wann setze ich die Privat-Split Funktion ein?
Es gibt zwei Fälle: Einmal private Mitnutzung von Betriebs-Ressourcen, die als Einnahmen gebucht werden müssen, und einmal betriebliche Nutzung von privaten Einrichtungen. Für ersteren Fall ist die Privat-Split-Funktion eigentlich gedacht. Z.B. Das häusliche Arbeitszimmer gehört zur zweiten Kategorie. Das neue EÜR-Formular führt dafür in Zeile 51 zwei Felder auf, die unter Ausgaben laufen: anziehbare und nicht-abziehbare Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer. Für diese beiden Felder sind erst einmal Konten zu erschaffen. Bei konstanten Kosten diese mit zwei Dauer-Ausgaben befüllt werden. Bei variablen Kosten müssen der abziehbare und nicht-abziehbare Anteil jeweils einzeln berechnet werden, wobei der Formelrechner helfen kann.

Wie werden UST-Vorauszahlungen verbucht und wie ist das mit dem UST-Vorauszahlungssoll in der UST-Erklärung?
Die realen UST-Zahlungen an das Finanzamt in einem Buchungsjahr und die UST-Schuld gemäß UST-Erklärung sind zwei verschiedene Sachen. Bei der UST-Schuld dürfen nur Vorauszahlungen für das angegebene Jahr angerechnet werden, auch wenn diese erst am Anfang des Folgejahrs erfolgen. Die UST-Zahlungen müssen -- egal für welches Jahr sie geleistet werden -- in dem Jahr der Zahlung als Betriebsausgaben verbucht werden.

Mehr dazu in dieser Forums-Diskussion.

Wie kann ich Einfuhrumsatzsteuer verbuchen, obwohl EC&T nicht erlaubt eine Buchung mit 100% UST einzugeben?
Zuerst muss unter Einstellungen E/Ü-Konten ein neues Ausgabenkonto, z.B. "Einfuhrumsatzsteuer", erstellt werden und im E/Ü-Formular dem Feld 1186 zugewiesen werden sowie dem Feld 62 der Umsatzsteuervoranmeldung. Die Einfuhrumsatzsteuer dann auf das neu angelegte Konto mit 0% MWSt buchen.

Wie buche ich Bewirtungskosten, so dass sie im EÜR-Formular mit dem nicht Abziehbaren Anteil korrekt eingetragen werden?
Erstelle zwei Konten, die mit den Feldern 165 und 175 des EÜR-Formulars verknüpft werden (unter Einstellungen->E/Ü-Konten). Buche 30 % netto auf "Bewirtung, nicht abziehbar" (Feld 165) und 100 % brutto auf "Bewirtung, abziehbar" (Feld 175). Dann nochmal 30% netto mit negativem Vorzeichen auf "Bewirtung, abziehbar". Etwas kompliziert, aber liefert korrekte Ergebnisse. In Zukunft werde ich eine Möglichkeit vorsehen, das einfacher zu bewerkstelligen.

Wie geht man mit diesen ominösen §13b-Feldern des UStVA-Formulars um (Feld-Kennzeichen 46, 52, 73, 84 resp. 47, 53, 74, 85)?
Bei diesen Fällen ist man selbst USt-Steuerschuldner für die Leistung, die man bezahlt hat. Wenn ich mich recht entsinne, wird das folgendermaßen gemacht:

Bei §13b-Feldern wird das MWSt-Prinzip auf den Kopf gestellt. Es sind effektiv drei Buchungen nötig, wenn man dort was als Ausgabe hinbuchen will: Einmal die Betriebsausgabe in das Bemessungsgrundlagen-Feld, dann die Steuer in Feld 47, 53, 74 bzw. 85 und nochmal in Feld 67 als Vorsteuer. Letztere beiden heben sich gegenseitig auf und -- so könnte man denken -- sollten weggelassen werden. Aber um Buchhalterisch korrekt zu sein müssen diese beiden Buchungen gemacht werden.

Einfach nicht zu lange drüber nachdenken, sonst wird man irre. Einfach buchen!

Hinweis: Wie man Konten anlegt und den richtigen Feldern in den Formularen zuweist siehe in der Doku, Einstellungen, E/Ü-Konten!